Dizi Lernen Lektion Zwei - Haltung & Positionierung

- Wei-Chi Chien

Wenn Sie in der Lektion Eins gut geübt haben, wird dieser Teil sehr leicht für Sie. Sie sollen erst den Ton ohne Fingerdeckung auf der Flöte erzeugen können und dann das Instrument mit der fortgeschrittenen Haltung spielen.

Handhaltung

Löcher auf einer Dizi.
A: Blasloch
B: Membranloch
C (1-6): Fingerlöcher
D: Adjustierungslöcher

Eine normale Dizi (Qu-Di oder Bang-Di) hat sechs Fingerlöcher. Ein Rechtshänder nutzt seinen Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger der linken Hand für die Fingerlöcher C1, C2 und C3 (siehe Abbildung oben), und die drei gleichen Finger des rechten Hands für die Fingerlöcher C4, C5 und C6. Es gibt vier Regulierungslöcher am Ende der Flöte (D). Sie brauchen keine Abdeckung. Auf einer Da-Di (der großen Flöte) gibt es ein zusätzliches Fingerloch zwischen C5 und C6. Man nutzt deshalb den Ringfinger für dieses Loch und den kleinen Finger für C6. Eine Qu-Di oder Bang-Di ist normalerweise sowahl für Rechtshänder als auch für Linkshänder geeignet. Einige Baumeister bauen das Blasloch etwa nach außen. Solche Flöten werden nur für Rechtshänder optimal. Eine Da-Di hat normalerweise den Fingerloch C6 etwa nach innen, damit der kleine Finger den Loch erreicht. In deisem Fall kann die Flöte auch nicht umgekehrt gehalten werden. Viele Linkshänder lernen deswegen Flötenhaltung wie Rechtshänder und haben damit kein Problem. Es ist auch kein Problem wenn man die Flöte umgekehrt hält. Man muss nur die passende Flöte finden. Im Folgenden werde ich die Hinweise für Rechtshänder angeben. Wenn Sie ein Linkshänder sind und die Flöte lieber umgekehrt halten, tauschen Sie die Richtung einfach.

Das linke Handgelenk spielt eine zentrale Rolle bei der Flötenhaltung. Nach zwei unterschiedlichen Haltungen des linken Handgelenks gibt es zwei sehr unterschiedlichen Haltungsmethoden. Siehe unten.
(oben) Methode 1

Die erste Methode wird auch für die europäischer Querflöte verwendet. Die Flöte liegt im Zwischenraum zwischen Daumen und Zeigefinger und wird mit der linken Hand fest gehalten. Eine Querflöte ist größer und schwerer als eine Bambusflöte. Man spielt auch mit den Daumen. Deswegen muss ein Flötist für die Querflöte die Methode 1 verwenden. Für die Bambusflöte, wenn man eine große Flöte mit größerer Distanz zwischen zwei Fingerlöcher (z.B. eine Da-Di) spielt, muss man auch diese Methode verwenden. Nur einige Flötisten verwenden diese Methode für die normale Dizi. Diese Methode ist leichter für Anfänger.

(oben) Methode 2
 
Die zweite Methode ist von den meisten Flötisten für Dizi akzeptiert. Für die meisten asiatischen Flöten wie Dizi, Nohkan oder Shinobue wird diese Methode verwendet. Sie ist nicht so leicht für einen Anfänger. Ein kleiner Tip dafür ist: Sie müssen das Handgelenk etwas nach innen drehen (wie gezeigt mit dem roten Pfeil in der Abbildung). So erreichen Sie eine entspannte and angenehme Handhaltung. Diese Methode hat drei Vorteile: 1. bessere Körperhaltung fürs Atmen, 2. bessere Beweglichkeit der linken Zeigefinger und 3. festere Flötenpositionierung.

Wenn Sie mit dieser Methode die Flöte halten, öffnen Sie Ihre Ellbogen automatisch und engen so den Körper nicht ein. Mit der Haltung bekommen Ihr Lungen mehr Freiraum, und Sie können dadurch besser atmen. Weil der linke Zeigefinger bei dieser Methode das Gewicht der Flöte nicht tragen muss, hat er eine bessere Beweglichkeit. Bei dieser Methode müssen Sie aufpassen. Die Flöte wird nicht von der linken Hand, sondern mit drei Stützpunkte fest gehalten. Mit dem Kiefer (unter der Lippe), dem linken Daumen und dem rechten kleinen Finger (und manchmal noch mit dem linken kleinen Finger) wird die Flöte fest "geklemmt" (siehe unten). Wenn Sie das Spiel von einem Dizi-Meister ansehen, sehen Sie die Flöte mit dem Körper des Flötisten immer zusammen in Bewegung. Die Flöte ist wie an dem Flötisten festgeklebt, und so fest muss die Flöte gehalten werden.
Die drei Stützpunkte bei der Dizi-Haltung

Das heißt nicht, dass Sie viel Kraft für diese Haltung aufwenden müssen. Mit dieser Methode halten Sie die Flöte am festesten aber brauchen die wenigste Kraft. Es braucht etwas Zeit, bis Sie die Flöte mit dieser Methode gut halten können.

Fingerdeckung
Bambusflöte hat keine Klappen über den Fingerlöchern. Man deckt die Löcher direkt mit Fingern. Das heißt, die Deckung muss dicht sein. Was die Anfänger häufig machen, ist, dass sie die Finger biegen und die Löcher mitden Fingerspitzen decken, denn sie fühlen die Löcher deutlicher mit den Fingerspitzen. Man kann die Löcher aber schlecht mit den Fingerspitzen decken. Sie werden nicht dicht geschlossen.

Wenn man Bambusflöte spielt, legt man die Finger gerade mit leichtem Bogen auf der Flöte. Die Löcher werden mit dem Fingerfleisch bedeckt (siehe unten). Diese Haltung ist entspannender und effizienter. Anfänger oder die Spieler mit Querflötenerfahrung können diese Haltung als etwas ungewöhlich empfinden, weil die Finger die Löcher nicht so deutlich fühlen. Aber mit der Zeit und mit einiger Übung werden Sie verstehen, dass die dichte Deckung mit Fingerfleisch viel leichter zu erreichen ist.

Decken mit Fingerfleisch
 
Decken mit nur leicht gebogenen Fingern
 
Körperhaltung

In den meisten Lehrbüchern wird gesagt, dass man die Füße entsprechend der Schulterbreite öffnen, den Oberkörper leicht nach links drehen, und das meiste Körpergewicht auf das rechte Bein legen soll.

Viele Flötisten machen etwas anderes. Sie öffnen die beiden Füße etwas breiter und stehen im Prinzip gleichgewichtig auf beiden Beinen. Der Oberkörper dreht sich leicht nach links. Diese Haltung ist vom chinesischen Qigong beeinflusst. Die beiden Füße bewegen sich nicht während des Spielens. Sie sind wie auf dem Boden genagelt. Man bewegt nur seinen Oberkörper und setzt diese Balanceveränderung beim Atmen ein.

Diese moderne Haltung ist gut, weil man sehr stabil auf dem Boden steht und den ganzen Körper fürs Spielen verwenden kann. Die traditionelle Methode ist auch unproblematisch. Sie können ruhig beide Haltungen ausprobieren.

Was wichtig in beiden Lehren sind: Entspannen Sie Ihre Schultern! Körperneigung muss vermieden werden. Öffnen Sie Ihre Ellbogen, aber "hängen" Sie sie nicht. Sie können die Flöte in der Spielposition halten und bewegen. Drehen Sie Ihren Körper hin und her, um die angenehmste und stabilste Position zu finden. Wenn Sie die Flöte sitzend spielen, stellen Sie beide Füße fest auf den Boden. Das hilft dabei, die Körperneigung zu vermeiden. Legen Sie nicht Ihr ganzes Körpergewicht auf Ihr Gesäß, sondern vergeteilt auf Gesäß und beide Füßen. Die chinesische Flöte ist ein Blasinstrument, zu dessen Spiel sehr viel Bauchkraft gebraucht wird. Deswegen muss der Oberkörper stabil und beweglich sein. Bewegen und drehen Sie Ihren Körper auch mal hin und her und fühlen Sie den Freiraum für Ihrer Körperbewegung.

Positionierung der Flöte

Wir haben in der Lektion Eins etwas über die Flötenpositionierung gesprochen. Hier geht es darum, wie man beim Spielen das Instrument mit der richtigen Haltung und ohne Spiegel positionieren kann. Wenn man Querflöte spielt, nutzt man die Unterlippe um die Position des Blaslochs zu bestimmen. Diese Methode funktioniert leider nicht bei einer Bambusflöte, denn das Blasloch einer Dizi ist kleiner und die Lippe kann seine Position nicht so gut wahrnehmen. Die Japaner haben eine elegante Lösung für ihre japanischen Querflöte. Wenn sie die Flöte positionieren, liegen ihre linke Zeigefinger hinter dem Blasloch, sie bringen die Flöte mit dieser Haltung zu den Lippen - die Flöte ist also zwischen Ihren Lippen und den Finger. Die Lippen können den Finger fühlen und die Position bestimmen. Wenn die Position bestimmt ist, gehen die linken Händen weiter zu den Fingerlöcher. Diese Methode finde ich sehr gut. Aber da ich nicht mit dieser Lehre angefangen bin, nutze ich sie selten.

Nach meiner Erfahrung muss ich häufig beim Vorspiel sehr schnell die Flöte wechseln. Die Positionierung der Flöte mache ich so schnell wie möglich und das muss natürlich präzise sein. Hier ist die Methode von meiner Lehre: Wir drehen die Flöte um (siehe unten). Wir positionieren zuerst die Flöte so, dass die Lippe das Blasloch bedeckt. Mit dieser Position fühlen wir die obere Kante des Blaslochs mit der Oberlippe (Abb. link)s. Wenn die Position bestimmt wird, rollen wir die Flöte nach unten zu der Spielposition (Abb. rechts).


Man muss für sich selbst in einen ersten Schritt die Position erlernen, wo die Lochkante die Lippe berühren muss. So entwickelt man seine eigene Gewohnheit. Die Anfänger müssen die Positionierung immer vor dem Spiegel üben. Der große Vorteil dieser Methode ist, man kann mit dieser Methode Flöten aller Größen (Xiao-Di, Bang-Di, Qu-Di und Da-Di) spielen. Eine größere Flöte hat ein größeres Blasloch. Aber die relative Position der obere Kante des Lochs zu den Lippen muss immer gleich sein. Das ist nur diese Kannte, die beim Spielen wichtig ist.

So, das ist die Lektion Zwei. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg! Vergessen Sie nicht, ab und zu die Lektion Eins zu wiederholen!

- zuerst am 8. Aug. 2014 veröffentlicht
- editiert am 14. Sep. 2014

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